Input an der Schule für Gestaltung Biel/Bienne
Wie verändert Generative KI den Beruf der angehenden Grafiker.innen und wo führt die aktuelle Entwicklung hin?
Das habe ich gestern mit den Lernenden der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung Bern und Biel kurz vor ihrem Abschluss diskutiert.
Dabei ging es um verändertes Mindset, neue Workflows und Prozesse sowie die Verschiebung des Kreativitätsbegriffs. Über User Generated Content, der auf dem Vormarsch ist und den Gedanken Design sei nun eine Sache für die es keine Designer mehr braucht.
Diese Gedanken sind grundlegend falsch. Denn nur mit unserer Kreativität, unserer Erfahrung und unserem Wissen zu designspezifischen Themen entsteht gutes Design. Nur, wer eine konzeptionelle Basis geschaffen hat und weiss, wie die KI mit guten Prompts gesteuert werden kann, kann generieren, was wirklich Nutzen bringt. Nur, wer das Auge fürs Kuratieren besitzt, kann den ganzen AI Slop erfolgreich aussortieren.
Die Reflexionen im Anschluss der angehenden Grafiker.innen haben mich gefreut, z.T. auch erstaunt:
🔹 Die Jugend erwartet tatsächlich den Crash: die KI Bubble wird platzen!
🔹 „Human Made“ bestimmt auch zukünftig den Designprozess, niemand kann ihnen ihre Kreativität nehmen und sie wollen das auch gar nicht
🔹 KI generierte Bilder sollten genutzt werden um langweiligen Stock-Content zu ersetzen
🔹 Die rechtlichen Grauzonen gehen leider viel zu oft vergessen und hindern somit nicht an der Nutzung
🔹 Generative KI wird vorwiegend im Bereich Text, nicht aber im Bereich Bild und Video von den Jugendlichen als sinn- und zweckvoll gesehen
🔹 KI führt ihrer Meinung nach zur Verblödung beim Schreiben und Lesen bei übermässiger Nutzung. Darf aber durchaus für Zusammenfassungen und Korrekturen genutzt werden.
Ein spannender Nachmittag!
Wo die Jugendlichen intuitiv ihre Gedanken geäussert haben, spiegeln diese meine Erfahrung wider: die Nutzung von Generativer KI wirkt nur dann, wenn Mensch, Erfahrung, Wissen, Maschine und gute Daten zusammenkommen.
Und es wird auch weiterhin gute Gestalter*innen brauchen 🎉 – auch wenn es für diese Generation bei der Jobsuche momentan etwas schwieriger werden könnte.